Von wegen „Lügenpresse“ – Immer mehr wenden sich gegen Vorwürfe

ifakkMedia & Communication

Die „Lügenpresse“-Vorwürfe sind weiter verbreitet. Zugleich gibt es immer mehr Menschen, die diese zurückweisen. Das zeigt die neue Studie der Uni Mainz zum Vertrauen in die Medien. Die aktuellen Zahlen basieren auf einer repräsentativen Telefon-Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut IFAK im November und Dezember 2019 im Auftrag der Mainzer Wissenschafter durchgeführt hat. Befragt wurden 1.200 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahre.

Immer mehr weisen „Lügenpresse“-Vorwürfe zurück

Etwa jeder fünfte Deutsche wirft den Medien vor, die Bevölkerung systematisch zu belügen. Zugleich wächst aber auch die Zahl derjenigen, die solche Vorwürfe zurückweisen. Das zeigen neue Zahlen der Langzeitstudie „Medienvertrauen“, die das Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Februar 2020 veröffentlichte. Insgesamt stimmen laut Studie 18 Prozent der Bevölkerung der Aussage zu: „Die Bevölkerung in Deutschland wird von den Medien systematisch belogen.“ 2018 waren es 16 Prozent, 2016 19 Prozent gewesen.

Steigende Polarisierung

In der neuen Umfrage weisen jedoch auch 58 Prozent den „Lügenpresse“-Vorwurf zurück – dies ist der bisher höchste gemessene Wert in der Langzeitstudie. Ein Jahr zuvor waren es 51 Prozent, 2016 nur 44 Prozent gewesen. Eine ähnliche Polarisierung wie beim „Lügenpresse“-Vorwurf zeigt sich bei anderen Aussagen. So stimmen 23 Prozent der Aussage zu: „Die Medien arbeiten mit der Politik Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.“ 53 Prozent wenden sich gegen diesen Vorwurf. Im Jahr 2016 lag die Zustimmung bei 27 Prozent, die Ablehnung bei 40 Prozent. Insgesamt weisen mehr Menschen als in den vergangenen Jahren Aussagen zurück, die den Medien absichtliche Manipulation und systematische Lüge vorwerfen.

Stabiles Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist seit Jahren recht stabil. In der aktuellen Erhebung vertrauen ihm 67 Prozent der Bevölkerung (2018: 65 Prozent, 2016: 69 Prozent). Regionalzeitungen liegen mit 65 Prozent direkt dahinter.

Mehr Infos zur Studie finden Sie auf der Website der Johannes Gutenberg Universität Mainz.

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