
Feedback zur DigIT Pharma 25

GenAI ermöglicht einen viel kreativeren Umgang mit Kundendaten, um neue und zielführendere Kundensegmente zu generieren; diese basieren zunehmend auf vielfältigeren Datenquellen (z.B. wurde der Innovations-Typen-Ansatz u.a. angereichert durch eine Analyse der Gestaltung individueller Praxis-Websites: Wie konservativ oder innovativ war diese gestaltet?). KI hilft dabei, das CRM (Customer Relationship Management) zu „dynamisieren“ – also z.B. genau zu tracken und zu dokumentieren, was die Kunden tatsächlich machen (Website-Besuche, Downloads, newsletter Abos, QR code Nutzung, Youtube Videos angesehen etc.). Auf diese Aktivität kann sodann mit einer individualisierten „Welcome Journey“ reagiert werden, wenn der Arzt/ die Ärztin zum ersten Mal auf etwas reagiert hat.
Doch es gibt durchaus Rückschläge und Barrieren in der Nutzung von GenAI. So war es interessant, auch mal von Flops zu hören: Ein Pharmaunternehmen berichtete beispielsweise von dem gescheiterten Versuch, Legal Content AI Checks durchzuführen; die legal checks der KI waren absolut unzureichend. Außerdem wurde häufiger erwähnt, dass es nach wie vor durchaus vorkomme, dass die KI „halluziniere“.
Einigkeit herrscht allerdings bei dem Punkt, dass der Lern-Prozess für eine Arbeit mit GenAI in allererster Linie von „oben“ gewollt und angestoßen werden müsse – aber nicht aufoktroyiert, sondern freiwillig und partizipatorisch „gesteuert“. Zunächst müssen geeignete und geschützte Systeme/ Lizenzen für alle zugänglich gemacht werden. Danach heißt das Zauberwort „Peer-to-peer“-Lernen und „Befähigung“ statt „Schulung“. Trainings sollten sich also nicht auf die gute alte „Knöpfe-Schulung“ beschränken. Man brauche stets konkrete und im besten Falle – selbstgewählte und für relevant empfundene – Anwendungsbeispiele (cases) aus ihrem konkreten Arbeitsumfeld, um die Menschen mitzunehmen.
Side-step MedTech-Firmen: Hier ist der technologische Fortschritt beim Produkt selbst mit zu berücksichtigen. Beispiel: Knieprothetik. Während Knieprothesen früher analog geplant, standardisiert aus Metall & Kunststoff gefertigt und manuell operiert wurden, wird demgegenüber heute virtuell & KI-gestützt geplant, maßgeschneidert und individuell mit biokompatiblen Hybridmaterialien gefertigt und robotergestützt implantiert. Dies erfordert mittlerweile ein fundiertes technisches Know-how auf Anbieterseite (Marketing & Außendienst) als auch auf Kundenseite (behandelnde Ärzte). Hier waren Millioneninvestitionen notwendig für die Gründung einer Technik-Akademie für Mitarbeiter und Kunden/innen (Hightech Schulungszentrum).
Psychologisch ist es die Angst vor Kontrolle und gleichermaßen vor Kontrollverlust. Der/die Außendienstmitarbeiter/in behält gern die Datenhoheit über „seine/ihre Ärzte“; ein „Zwang“ zur automatisierten Dokumentation (inkl. Aufzeichnung der Gespräche) lehnen viele ab. Überdies empfinden viele einen Tech-Overload: Bei einer internen Mitarbeiterbefragung sagten 66%, dass sie in Tools mittlerweile „ersaufen“. So enthalten z.B. die CRM-Datenbankmasken zwar relevante Kriterien für das Marketing, sind aber häufig nicht auf AD-Mitarbeiter/innen zugeschnitten („Warum soll ich 30 Felder ausfüllen, die ich für mein Verkaufsgespräch gar nicht brauche?“).